Schnupperangebot für die Begegnungstage

 

Am Sonntag, den 25. November 2018, haben Sie vor und nach der Familienmesse um 11.30 Uhr in St. Ludgerus die Möglichkeit, an einem Schnupperangebot teilzunehmen. Von 10.30 – 11.15 Uhr oder von 12.45 – 13.30 Uhr können Sie am Beispiel des Emmaus-Wegs im Ludgerushaus (Ludgeristr. 6) erleben, wie Sie eine biblische Geschichte mit Ihrem eigenen Leben in Verbindung bringen können. Die zwölf Kundschafterinnen und Kundschafter, die im Januar 2017 ausgesandt worden sind, nach dieser lebendigen Verbindung von Glauben und Alltag zu suchen, berichten aus ihrer eigenen Erfahrungen, dass sich dieser Weg lohnt und laden ein, eigene Erfahrungen auf diesem Weg zu machen. Darum bieten Sie für alle Interessierten von Januar bis April 2019 die Begegnungstage in St. Ludgerus an. Informationen finden Sie auf der Website www.begegnungstage.info. Herzliche Einladung.

 

 

„Du.Begegnest.Leben.“ – Begegnungstage in St. Ludgerus

 

 

 

Dieses Banner hängt vor der Kirche St. Ludgerus in Bottrop-Fuhlenbrock. „Ganz schön mutig“, mag mancher denken. Für die zwölf Kundschafterinnen und Kundschafter aus der Gemeinde ist das aber eine Erfahrung, die sie in den letzten zwei Jahren gemacht haben. Sie sind ausgesandt worden, um etwas auszuprobieren: Kann ich als Glaubender, als Fragender, als Zweifelnder Gott so begegnen, dass ich Antworten für mein Leben finde? Kann ich in den „alten Texten“ der Bibel etwas finden, dass für mich heute Bedeutung hat? Ist Glaube ein Konstrukt abstrakter Lehrsätze oder eine spürbar lebendige Kraft in meinem Alltag? Die Weginitiative in Vallendar bietet eine Möglichkeit, eigene Erfahrungen dazu zu machen. Sich für mehr als zwei Jahre mit fünf Stunden im Monat für solch einen Weg zur Verfügung zu stellen, ist den Zwölfen nicht leicht gefallen: die Kinder, der Beruf, die vielen Verpflichtungen – da wird die Zeit kostbar. Und da war auch noch diese andere Hürde: Ich bin eingeladen, über mich, mein Leben, meinen persönlichen Glauben mit anderen zu sprechen. Das haben wir vielfach so in unseren Gemeinden noch nicht getan, und wir sind uns oft noch nicht mal sicher, dass das eine gute Idee ist. „Ich zähle mich eher zu den Stehenbleibern, Beobachtern, Bedenkenträgern. In Richtung eines klar umrissenen Zieles setze ich mich zwar Schritt um Schritt in Bewegung, oftmals allerdings gebremst durch das Wissen um die Möglichkeit des Scheiterns und des Irrens“, schreibt Anna Koster (51). Und dann etwas ausprobieren? Etwas wagen?

 

 Kostbare, knappe Zeit einsetzen?

 

 

Aber schon an einem ersten Schnuppertag im August 2016 gibt es mutmachende Erfahrungen: „die Emmausgeschichte, schon oft gehört und doch ganz anders: Mit Figuren dargestellt – ich denke erst: wie im Kindergarten – kein erwachsener Weg, oder? Aber neue Perspektiven durch Begegnung: in großer Runde, in Kleingruppen, behutsam, freundlich zugewandt, ohne Bewertung; und ich gehe tatsächlich in die Hocke, tauche mitten in die Geschichte hinein und auch mir ‚brennt das Herz‘“ erlebt Michael Grüner (46). Die Kundschafterinnen und Kundschafter erleben eine Atmosphäre, in der Gottes Wort „kritisch, zweifelnd, offen und wertschätzend“ (Rita Heenen, 63) erkundet wird. Und dann kann es geschehen: „Plötzlich werden Sie überrascht von einem Lied, von einem Bibelwort und Sie erinnern sich an eine Begebenheit, wo Sie sich ganz Mensch, ganz nah der Welt, vielleicht ganz von Gott bejaht fühlen in diesem Augenblick“ weiß Michael Koster (50). Die Frage nach Gott ist kein bisschen theoretisch und lebensfremd, sondern ganz nah, mitten in meinem Leben. Ich bin ganz persönlich angesprochen: Gott macht mir ein Angebot und erwartet eine Reaktion, eine Antwort: meine eigene Antwort.

 

erwachsen Bibel lesen

 

Und die zu geben ist nicht immer leicht. „Oft brodelt es in mir, viele Textstellen wecken meinen Widerspruchsgeist; doch erfahre ich durch Zuhören, welches Wort den Beteiligten im Kreis anspricht, tröstet, Kraft gibt. Da verliert sich mein Widerspruch, er löst sich auf in dem Besseren, was der andere empfindet. Ich erfahre, wie wertvoll das von mir nicht verstandene Wort anderen sein kann! Das macht Freude!“, erfährt Dr. Theodor Koster (73) die Gruppe als wichtige Unterstützung: Weggemeinschaft, in der ich im eigenen Nachdenken und im Hören auf die anderen Entdeckungen mache, die mein Suchen, Denken und Glauben herausfordern, befruchten und bestärken können. Von großer Bedeutung ist dabei, dass persönliche Erfahrungen nicht zerredet oder bewertet, sondern gehört und bedacht werden. „In einer Gruppe das Wort Gottes in Bibeltexten und Psalmen zu hören, zu erkunden und besser zu verstehen, imponiert mir sehr. Noch nie habe ich so intensiv über meine Beziehung zu Gott nachgedacht und diskutiert“ bestätigt Rita Heenen.

 

 

neu entdeckt

 

Es geht nicht darum, dass am Ende des Gesprächs alle an einem gemeinsamen Punkt stehen, sondern darum, dass die einzelnen ermutigt werden, in ihrem Leben eigene Schritte zu gehen: „Für mich bleibt das Leben im Glauben ein Wagnis. Es setzt anstelle des Wissens das Vertrauen. Es fordert Risikobereitschaft, Gott Mitspracherecht in meinem Leben einzuräumen … Glaube auf dem Prüfstand ist gelebter Glaube, Glaube, der Fragen nicht scheut … Er ist lebendig und macht lebendig“ zieht Anna Koster ihre Bilanz. Und diese Erfahrung eines lebendigen Glaubens möchten die Kundschafterinnen und Kundschafter auch anderen ermöglichen. Von Januar bis April 2019 finden darum in St. Ludgerus die Begegnungstage statt.

 

Infos gibt`s hier:

 

Viele Informationen, die ausführlicheren Wegberichte der Kundschafter und alle Termine finden Sie auf der Website www. begegnungstage.info. Am Sonntag, den 25. November, gibt es vor und nach der Familienmesse um 11.30 Uhr ein Schnupperangebot: von 10.30 – 11.15 Uhr oder von 12.45 – 13.30 Uhr können Sie am Beispiel des Emmaus-Wegs miterleben, wie man eine biblische Geschichte mit dem eigenen Leben verknüpfen kann.

 

 

 

Britta Walkowiak

 

Katholische Stadtkirche Bottrop, Stadtkatholikenrat Bottrop,

Dekanat Bottrop

Prosperstraße 32 

46236 Bottrop